
Ein grüner Zaun kann das Erscheinungsbild eines Grundstücks völlig verändern. Anstatt sich für einen Beton- oder Metallzaun mit strengem Charakter zu entscheiden, kann man einen Sichtschutz voller Grün und Blumen schaffen. Diese Art der Raumtrennung verbessert die Privatsphäre, reduziert Lärm und lässt den Garten im Rhythmus der Jahreszeiten sein Aussehen verändern. Fragen Sie sich, wie Sie die Bepflanzung des Zauns planen sollen, damit der Effekt für viele Jahre elegant bleibt? Lesen Sie die folgenden Schritte und wählen Sie eine Lösung, die zu Ihrem Grundstück passt!
Inhaltsverzeichnis:
1. Zaungestaltung mit Pflanzen – Schritt für Schritt
1.1 Schritt 1. Analyse der Bedingungen und Messungen
1.2 Schritt 2. Prüfung der rechtlichen Vorschriften
1.3 Schritt 3. Auswahl der Konstruktionsbasis
1.4 Schritt 4. Schichtweises Design
1.5 Schritt 5. Bodenvorbereitung und Einbau von Sperren
1.6 Schritt 6. Pflanzen und Mulchen
2. Welche Pflanzen für den Zaun wählen?
2.1 Klassische Eleganz – Laubsträucher
2.2 Moderner Minimalismus – horstbildende Bambusse
2.3 Leichtigkeit und Bewegung – hohe Ziergräser
2.4 Maximale Raumausnutzung – Kletterpflanzen
3. Warum lohnt es sich, auf einen Zaun mit Pflanzen zu setzen?
3.2 Schalldämmung
3.3 Staubreduzierung und Windschutz
3.4 Bessere Beziehungen zu den Nachbarn in Deutschland
3.5 Veränderlichkeit des Gartens das ganze Jahr über
4. FAQ
Eine gelungene Bepflanzung an der Grundstücksgrenze beginnt bereits vor dem Kauf der ersten Setzlinge. Es lohnt sich, einige Planungsphasen zu durchlaufen, die es ermöglichen, Fehler zu vermeiden und die Entstehung eines dichten grünen Sichtschutzes zu beschleunigen.
Die erste Aufgabe besteht darin, die Bedingungen am Zaun zu prüfen. Die Beobachtung der Sonneneinstrahlung wird zeigen, ob der gewählte Bodenstreifen den größten Teil des Tages in der Sonne, im Halbschatten oder im Schatten liegt. Dies hat direkten Einfluss auf die Wahl der Arten.
Ebenso wichtig ist die Beurteilung des Bodens. Sandiger Boden gibt Feuchtigkeit schnell ab, während lehmiger Boden das Wasser deutlich länger speichert. Es lohnt sich auch, die Breite des für die Bepflanzung vorgesehenen Streifens zu messen. Bei 30–50 cm bewähren sich Kletterpflanzen am besten. Steht mehr als ein Meter zur Verfügung, können Sträucher oder Bambusse in Betracht gezogen werden.
Vor dem Pflanzen lohnt es sich, die im jeweiligen Bundesland geltenden Vorschriften zu prüfen. Der Abstand der Hecke zur Grenze wird von der Mitte des Stammes bis zur Trennlinie der Grundstücke gemessen.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es kein separates Nachbarrechtsgesetz, das Pflanzenabstände regelt. Es gelten die Grundsätze des Bundesrechts und bewährte Praktiken. Bei Hecken bis zu 2 Metern Höhe wird allgemein ein Mindestabstand von 50 cm angenommen.
Brandenburg wendet die Drittel-Regel bezüglich der Pflanzenhöhe an. Eine Hecke von 1,5 m Höhe sollte mindestens 50 cm von der Grenze entfernt sein. Bei einer Höhe von 3 m steigt der geforderte Abstand auf etwa 100 cm.
In Sachsen sind die Vorschriften strenger. Hecken bis zu 2 m Höhe werden 50 cm von der Grenze entfernt gepflanzt. Höhere Hecken erfordern in bebauten Gebieten einen Abstand von bis zu 2 m.
In den meisten übrigen Bundesländern gilt ein einfacheres Modell. Pflanzen bis zu 2 m Höhe werden in der Regel 50 cm von der Grenze gepflanzt, höhere in einem Abstand von etwa 100 cm.
Es ist auch das Bundesnaturschutzgesetz zu beachten. Vom 1. März bis zum 30. September gilt ein Verbot für radikale Rückschnitte, das Entfernen sowie die Rodung von Hecken, Sträuchern und Kletterpflanzen. In dieser Zeit sind ausschließlich leichte Form- und Pflegeschnitte zulässig, vorausgesetzt, es sind keine Vogelnester vorhanden.
Pflanzen benötigen, insbesondere in den ersten Wachstumsjahren, eine entsprechende Unterstützung. Die günstigste Lösung bleiben Maschendrahtzäune oder 2D- und 3D-Gittermatten. Solche Konstruktionen eignen sich hervorragend für Efeu oder Waldreben.
Hölzerne Lamellenzäune sowie WPC-Verbundzäune bieten sofortigen Sichtschutz. Sie bilden auch einen attraktiven Hintergrund für Ziergräser und Bambusse.
Eine interessante Option sind auch Pergolen und Systeme aus Stahlseilen, die zwischen den Pfosten gespannt werden. Sie ermöglichen es, Bäume als Spaliere zu ziehen und schaffen so einen Effekt, der häufig in modernen deutschen Gärten zu finden ist.
Die interessantesten Umsetzungen nutzen mehrere Vegetationsebenen. Eine solche Komposition lässt die grüne Wand das ganze Jahr über natürlich wirken, und der Zaun selbst wird weniger sichtbar. Unterschiedliche Pflanzenhöhen ermöglichen es zudem, Tiefe und ein eindrucksvolleres Erscheinungsbild des gesamten Zauns zu erzielen.
Im hinteren Bereich werden meist immergrüne Kletterpflanzen oder regelmäßig geschnittene Hecken aus Hainbuche oder Rotbuche gepflanzt. Dies ist der Hauptsichtschutz des Grundstücks, der für die Privatsphäre und die Markierung der Grundstücksgrenzen verantwortlich ist.
Der mittlere Bereich kann mit Chinaschilf oder Fargesia-Bambussen gefüllt werden. Ihre Blätter bewegen sich im Wind, und die schlanken Silhouetten durchbrechen die gleichmäßige Heckenlinie. Eine solche Schicht verleiht der Komposition mehr Leichtigkeit.
Am nächsten zum Rasen empfiehlt es sich, Lavendel, Steppensalbei oder Rispenhortensien zu platzieren. Diese Schicht verdeckt die unteren Teile der höheren Bepflanzungen und bereichert den Raum mit saisonaler Blüte.
Vor dem Pflanzen müssen Unkraut und die Grasnarbe gründlich entfernt werden. Danach sollte die Erde auf der gesamten Länge des geplanten Grünstreifens umgegraben werden.
Eine gute Lösung ist das Mischen des Mutterbodens mit reifem Kompost oder spezieller Heckenerde. Eine solche Maßnahme verbessert die Startbedingungen der jungen Pflanzen.
Wenn ausläuferbildende Bambusse geplant sind, muss noch vor der Pflanzung eine Wurzelsperre (Rhizomsperre) eingebaut werden. Sie verhindert, dass sich die Rhizome über den vorgesehenen Bereich hinaus ausbreiten.
Die Arbeiten beginnen am besten mit dem Spannen einer Schnur, die die Pflanzlinie markiert. Dies ermöglicht es, die entsprechenden Abstände zur Grundstücksgrenze einzuhalten.
Vor dem Ausheben der Löcher lohnt es sich, die Töpfe an den vorgesehenen Stellen aufzustellen und die Dichte zu beurteilen. Bei Hainbuchen geht man in der Regel von 3–4 Setzlingen pro laufendem Meter aus.
Die Löcher sollten etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Nach dem Einpflanzen muss die Erde gut festgetreten und ausgiebig gewässert werden. Der letzte Schritt ist das Verteilen einer etwa 5 cm dicken Schicht Pinienrinde. Die Mulchschicht hemmt das Unkrautwachstum und verlangsamt das Austrocknen des Bodens.
Die Wahl der Arten hängt vom Platzangebot, den Lichtverhältnissen und dem gewünschten Effekt ab. Die folgenden Lösungen gehören zu den am häufigsten gewählten von Grundstücksbesitzern in Deutschland.
Hainbuche und Rotbuche gehören zu den beliebtesten Heckenpflanzen. Sie wachsen etwa 30–40 cm pro Jahr und vertragen einen regelmäßigen Formschnitt sehr gut. Im Herbst färben sich ihre Blätter in Kupfertönen, und ein Teil bleibt bis zum Frühjahr an den Zweigen.
Ebenfalls beliebt ist der Gemeine Liguster. Er bildet dichte grüne Wände, ist gut schnittverträglich und zeichnet sich durch einen relativ niedrigen Preis der Setzlinge aus.
Minimalistische Gärten nutzen oft Bambusse der Gattung Fargesia. Sorten wie Fargesia murielae oder Fargesia nitida wachsen in kompakten Horsten und breiten sich unterirdisch nicht aggressiv aus.
Sie behalten das ganze Jahr über ihre grünen Blätter. Die hohen Halme schränken die Einsicht in das Grundstück von außen effektiv ein, und das sanfte Rascheln der Blätter verstärkt das Gefühl der Abschirmung von der Straße.
Chinaschilf gehört zu den eindrucksvollsten Gräsern, die an Zäunen aus Polen verwendet werden. Sorten wie „Gracillimus“ und „Strictus“ erreichen in einer Saison bis zu 2 m Höhe.
Im Herbst erscheinen die charakteristischen Blütenstände. Die vertrockneten Halme werden vor dem Winter nicht entfernt. Sie bleiben für mehrere Monate eine Zierde des Gartens, und der Rückschnitt erfolgt erst im März.
Bei einem sehr schmalen Erdstreifen bewähren sich am besten Arten, die am Zaun emporranken. Der Gemeine Efeu bildet selbst im Schatten und Halbschatten einen dichten grünen Sichtschutz. Anfänglich wächst er langsamer, aber nach wenigen Saisons kann er das Zaungeflecht vollständig bedecken.
An schattigen Standorten gedeiht die Kletterhortensie gut. Während der Vegetationsperiode besticht sie durch große weiße Blüten.
In den sonnigen Bereichen des Grundstücks lohnt es sich, Waldreben oder Geißblatt in Betracht zu ziehen. Sie wachsen schnell und schmücken den Garten wochenlang mit intensiv blühenden Trieben.
Ein grüner Grundstückssichtschutz erfüllt weit mehr Funktionen als ein normaler Zaun. Er beeinflusst das Erscheinungsbild des Gartens, die Bedingungen auf dem Grundstück und die Beziehungen zu den Nachbarn.
Mehrschichtige Bepflanzungen verleihen dem Grundstück einen natürlicheren Charakter. Das Grün mildert die Zaunlinie ab, und der Garten wirkt größer und offener. Ein solcher Effekt ist mit geschlossenen Mauern kaum zu erzielen.
Blätter, Triebe und Zweige streuen Schallwellen. Aus diesem Grund reduzieren dichte Hecken den wahrnehmbaren Lärm effektiver als viele harte, schallreflektierende Oberflächen.
Dichte Vegetation fängt einen Teil des an Straßen und Wegen aufgewirbelten Staubs ab. Sträucher und Gräser reduzieren zudem die Kraft von Windböen und schaffen so angenehmere Bedingungen auf der Terrasse und im Entspannungsbereich.
Eine nach den geltenden Vorschriften gepflanzte Hecke führt selten zu Streitigkeiten. In vielen Fällen stellt sie eine einfachere Alternative zu hohen Mauern dar, die zusätzliche Formalitäten erfordern.
Pflanzen sehen nicht zwölf Monate lang gleich aus. Im Frühling erscheinen junge Blätter, im Sommer Blüten, im Herbst Verfärbungen, und im Winter betont der Raureif die Struktur der Zweige und Gräser. Der Garten verändert sich ständig und bewahrt zu jeder Jahreszeit ein attraktives Aussehen.
